|
"2011 war eine Rücklagenentnahme von 1,25 Millionen Euro geplant, tatsächlich mussten nur 350000 Euro entnommen werden. Rechnet man die Mehreinnahmen aus der Gewerbesteuer (1,1 Millionen) und aus dem Einnahmen/Umsatz/Familien-Lastenausgleich (400000 Euro), müsste theoretisch die Rücklage um 250 000 Euro verbessert worden sein. Die Differenz beträgt somit 600 000 Euro. Das Ziel, keine Rücklagen zu entnehmen, wird für 2012 sehr schwierig, wenn nicht unmöglich. Es ist ein Haushalt der kleinen Schritte, sieht man das Volumen des Vermögenshaushalts von etwa einer Million Euro, etwas mehr als 40 Prozent von 2011. Das Jahr 2012 birgt Risiken: Ob die Zinsentwicklung der letzten zwei Jahre so bleibt, ist fraglich. Keine Garantie gibt es für die geplanten Einnahmen aus dem Ausgleichsstock. Der Sportplatz und Liebeck-Steg stehen ebenso wie das neue Feuerwehrfahrzeug schon zwei Jahre auf der Agenda. Sollten diese Mittel nicht fließen, woher kommt dann der Rest? Es ist ein Haushalt auf kleiner Flamme. Ein Umdenken muss stattfinden. Alles muss unter Kostenaspekten gesehen werden: Was nützt die beste Schule, wenn das Geld nicht zum Ausbessern der Schlaglöcher reicht?
Es war ein Trauerspiel, wie das mit dem Verkauf des Atzenbacher Parks gelaufen ist. 8 Jahre war das ein Thema, eine Interessengemeinschaft wollte sich ins Spiel bringen. Weitere Kürzungen werden auf uns zukommen. Wichtig ist, dass rechtzeitig alle Beteiligten eingebunden werden. Auch Eigenverantwortung ist einzufordern bei Sparmaßnahmen. Alle Ortsteile bilden Zell. Zell kann nur als Ganzes betrachtet werden. Alle Ortsteile müssen an einem Strang ziehen und sich nur so wichtig nehmen, dass es allen dient. Eine Imageverbesserung geht nur, wenn wir Geld in die Hand nehmen. Positiv ist das neue Baugebiet Hintere Obermatt beim Schwimmbad, das ohne Eigenmittel möglich ist, sowie die Pläne für das Bahnhofsareal. Das Schwimmbad kommt jedes Jahr neu auf den Prüfstand. Keiner will es schließen, aber wie es geht, ist noch nicht ganz klar. Ich hoffe, dass wir es halten können. Die Erhöhung der Wassergebühren um 15000 Euro - nur ein Tropfen auf den heißen Stein - ist zu begrüßen und würde die Bürger auch treffen, wenn das Bad geschlossen würde.
Froh sind wir über die Entwicklung beim Krankenhaus. Vor einem Jahr hätte ich das noch nicht so gesehen. Wenigstens ein kleines Licht im Tunnel. Ich hoffe, das St. Josefshaus kommt so auf den Geschmack, dass eines Tages die ganze Klinik gekauft wird. Das wäre ein Befreiungsschlag für Generationen. Ein Verkauf wäre für die Stadt die beste finanzielle Lösung.
Die Verpachtung bringt die Zinsaufwendungen plus einen kleinen Teil zur Tilgung der Schulden. Dieser wird aber in den nächsten Jahren aufgefressen für die erforderliche Instandhaltung und Renovierung . Für 2012 hoffe ich, dass die Steuereinnahmen fließen und dass wir ein kleines Gremium bilden zur Finanzbegleitung. Dinge, die entschieden werden müssen, können in kleinen Arbeitsgemeinschaften in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung umgesetzt werden."
|